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Liederlexikon

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You are here: Home Lieder Stehn zwei Stern am hohen Himmel Edition A: Mündliche Überlieferung vor 1856
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A. Ach was soll mein Schätzchen denken

(Mündliche Überlieferung vor 1856)


Text: anonym
Melodie: nach "Ohne Lieb und ohne Wein" von Johann Adam Hiller (1728–1804)

Scan der Editionsvorlage
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Was ich möchte

1. Ach was wir mein Schätzchen denken,
weil ich bin so weit von ihr!
|: weil ich bin, :|
weil ich bin so weit von ihr!
 
2. Gerne wollt ich zu dir gehen,
wenn der Weg so weit nicht wär.
 
3. Gerne wollt ich dir was kaufen
wenn ich wüßt, was rathsam wär.
 
4. Gerne wollt ich bei ihr schlafen,
wenn die Nacht drei Jahr lang wär.
 
5. Gerne wollt ich mit dir sterben,
wenn der Tod nicht bitter wär.
 
6. Gold und Silber, Edelstein, –
schönster Schatz, gelt, du bist mein?
  Du bist mein, ich bin dein:
7. ei was kann dann schöner sein!


Deutscher Liederhort. Auswahl der vorzüglichern Deutschen Volkslieder aus der Vorzeit und der Gegenwart mit ihren eigenthümlichen Melodien. Hrsg. von Ludwig Erk. Berlin: Enslin 1856, S. 222 (Nr. 75).
DVA: V 1/3134

Dort folgende Herkunftsangabe: "Mündlich, aus dem Hessen-Darmstädtischen. (Babenhausen, Gießen.)"


Editorische Anmerkung:
Erk betrachtete offenbar eine zusätzliche, in Petitschrift angefügte Strophe 5a als nicht dem Lied zugehörig:
Schöne Musikanten, schwarzbraunes Bier –
schönster Schatz, wie Gefall ich dir?
Auch eine andere, aus mündlicher Überlieferung aufgezeichnete Fassung des Liebesliedes „Was ich möchte“ enthält solch einen 'Strophenfremdkörper':
Gerne wollt ich Kaffee trinken,
Wenn er nicht so teuer wär.
Vgl. Volkslieder aus der Rheinpfalz. Mit Singweisen aus dem Volksmunde gesammelt. Im Auftrage des Vereins für bayrische Volkskunde hrsg. von Georg Heeger und Wilh. Wüst, Bd. 1. Kaiserslautern 1909, S. 192 (Nr. 88b, Str. 5).
Ein zur edierten Liedfassung paralleler Beleg (Text und Melodie mit leichten Varianten) findet sich in: Fränkische Volkslieder mit ihren zweistimmigen Weisen, wie sie vom Volke gesungen werden, aus dem Munde des Volkes selbst gesammelt und hrsg. von Franz Wilhelm Freiherrn von Ditfurth. Zweiter Theil: Weltliche Lieder. Leipzig: Breitkopf und Härtel 1855, S. 126f. (Nr. 169).
In seiner Studie "Wandernde Melodien" (2. verbesserte u. verm. Aufl. Berlin 1889) meinte Wilhelm Tappert im Kontext seiner Ausführungen über die Rezeption der Melodie von Johann Adam Hillers Singspiellied "Ohne Lieb und ohne Wein" spitz: "Dass die Melodie zu dem angeblichen Volksliede: 'Ach, was wird mein Schätzchen denken!', welche Erk in seinem Liederhort (No. 75) mittheilt, kein 'hessen-darmstädtisches Original', sondern ein Spross der Adam Hiller'schen Muse ist, scheint dem Herausgeber entgangen zu sein' (S. 43).
last modified 17.12.2012 09:44
 

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