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Liederlexikon

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You are here: Home Lieder Die Mühle, die dreht ihre Flügel Edition E: Ostpreußen 1910
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E. Die Mühle die dreht ihre Flügel

(Ostpreußen 1910)


Text: anonym (nach Adelbert von Chamisso)
Melodie:  anonym

Scan der Editionsvorlage
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1. Die Mühle, sie dreht ihre Flügel,
Es brauset der Sturmwind dahin.
Dort unter der Linde am Hügel,
Dort unter der Linde am Hügel,
Da weilet die Müllerin. |[S. 15]
 
2. Laß brausen den Sturm, laß brausen,
Ich habe gebaut in den Wind.
Jetzt bin ich verlassen, verloren,
Der Bube, der hat mich betrogen,
Da war ich ein thörichtes Kind.
 
3. Dort unten im lieblichen Thale
Da weilet mein sehender Blick;
Da weilet die schöne Navtania,
Verlassen, verloren,
Verlassen von Freude und Glück.
 
4. Ein Kränzlein von goldnen Cypressen,
Ihr lockiges Haar war geschmückt.
Wie könnt' ich es jemals vergessen,
Wie könnt' ich es jemals vergessen,
Was einstens mein Herz hat beglückt.


E[rminia] T[ortilowicz] von Batocki: 1/2 Schock alte ostpreußische Volkslieder. Königsberg 1910, S. 14f. (Nr. 5).
DVA: V 1/600

Dort folgende Anmerkung mit einer Variante zu Strophe 4, Vers 1: "Ein Kranz von der goldenen Cypresse" (S. 15)


Editorische Anmerkung:
Erminia Tortilowicz von Batocki skizziert in ihrer in Versform gehaltenen Einleitung, dass sie die Lieder ihrer Sammlung im ländlichen Milieu kennengelernt habe, von Kutschern, Erntearbeitern oder in der Spinnstube, und führt – ganz im Pathos der damaligen "Volkslied"-Begeisterung – aus:
Die Lieder schrieb ich auf. Die alten Weisen
Hafteten treulich im Gedächtnis mir,
Und oft – oft sangen wir sie selbst zuhaus'.
[…]
Dreistimmig sangen wir; und schlicht und froh
Ertönten durch die hellen Sommernächste
Die alten, ewig schönen Heimathlieder!"
Beim "Notenschreiben" habe ihr allerdings der Lehrer des Dorfes geholfen ("Emsig sitzen wir beisammen am Klavier.").

Die 1910 von Batocki erstmals dokumentierte Liedversion war als mündlich tradierte Fassung noch über einen längeren Zeitraum in Umlauf, wie eine Aufzeichnung aus dem Jahr 1993 veranschaulicht.

       Die Müllerin
  1. Die Mühle sie dreht ihre Flügel
    Im brausenden Sturmwind dahin.
    Dort unter der Linde am Hügel
    Da weilet die Müllerin.

  2. Laß brausen den Sturmwind, laß brausen,
    Ich habe geliebt und gehofft.
    Der Jüngling der hat mich betrogen
    Nun bin ich verlassen verloren
    |: Verlassen, verloren :| bin ich.
     
  3. Ein Kränzchen aus grünen Zypressen,
    Das einst mein Haar hat geschmückt,
    |: das alles das muß ich vergessen :|
    |: was einstmals:|, was einstmals mein Herz hat beglückt.

Liedaufzeichnung von Frau L. Jende aus Hamburg, im Dezember 1963.
DVA: A 204711

 

last modified 14.08.2013 11:53
 

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