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You are here: Home Lieder Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt Edition A: Bergliederbuch um 1700/1710
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A. Wache auff, wache auff, der Steyer kömmt

(Bergliederbuch um 1700/1710)


Text: anonym

Scan der Editionsvorlage
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1.Wache auff :/: der Steyer kömmt
:/: er hat sein Gruben-Licht :/:
:/: schon angezindt :/:. |[S. 113]
 
2.Hat es angezündt, es giebt einen Schein
:/: damit fähret er :/:
:/: wohl aus und ein :/:.
 
3.Die Bergleut die sind hübisch [sic] und fein
:/: sie hauen das Ertz :/:
:/: aus festen Gestein :/:.
 
4.Der eine hauet Silber, der andere rothes Golt
:/: den schwartz-braunen Mägdelein :/:
:/: den sind sie hold :/:.
 
5.Schencke ein, schencke ein, ein volles Glaß
:/: trinck es aus :/:
:/: was schad dir das :/:.
 
6.Es schad mir nichts, es schmeckt mir wohl
:/: ich weiß mir einen :/:
:/: der zahlen sol :/:.
 
7.Der zahlen sol, der ist schon hie
:/: er wird wohl kommen :/:
:/: spät oder früh :/:.
 
8.Kommt er denn nicht, zu rechter Zeit
:/: hat ihr mein feines Liebelein :/:
:/: einen andern erfreut :/:.
 
9.Heyerst du dir ein Weib, frey ich mir einen Mann
:/: leit mir feines Liebelein :/:
:/: nicht viel daran :/:.


Bergliederbüchlein. Historisch-kritische Ausgabe. Hrsg. von Elizabeth Mincoff-Marriage, unter Mitarbeit von Gerhard Heilfurth. Leipzig: Karl W. Hiersemann 1936, S. 112f.
DVA: V 1/13353


Editorische Anmerkung:
Die 3. und 4. Strophe sind in ähnlicher Form in der Ballade "Es solt ein meidlein früe auff stan" zu finden, die im ersten, 1531 im Druck erschienenen Liederbuch mit Bergreihen enthalten ist (vgl. Bergreihen. Ein Liederbuch des XVI. Jahrhunderts. Nach den vier ältesten Drucken von 1531, 1533, 1536 und 1537, hrsg. von John Meier, Halle 1892, S. 69, Strophe 11 u. 12; zum Inhalt der Ballade vgl. Gerhard Heilfuhrt: Das Bergmannslied. Wesen, Leben, Funktion. Ein Beitrag zur Erhellung von Bestand und Wandlung der sozial-kulturellen Elemente im Aufbau der industriellen Gesellschaft. Kassel, Basel 1954, S. 211).
Die Zusatzstrophen 5–9 entstammen dem Liebeslied "Wach auf, wach auf, mein Herz das brinnt" (Erk/Böhme: Deutscher Liederhort, Bd. 3, 1894, S. 359f. [Nr.1514], Strophe 2–6), das durch ein um 1585 gedrucktes Fliegendes Blatt überliefert ist (Drey schöne newe Lieder / Das Erste / Wach auff / Wach auff / mein hertz das brindt. Im Thon / Mein Hertz mit Lieb verwundet ist […] Gedruckt zu Nürnberg / durch Valentin Fuhrman; DVA: Bl 1236). Eine Verknüpfung des Bergmanns- und des Liebesliedes ist mehrfach belegt (vgl. u. a. Die Coburger Liederhandschrift des J. L. Friedrich L. Briegleb [1835], hrsg. von Horst Steinmetz, Hammelburg 1984, S. 299, Strophe 5). Der Volksliedforscher Franz Magnus Böhme meinte diesbezüglich: "Zu diesem Vermengen mag wohl der gleich Anfang beider Lieder die nächste Veranlassung gegeben haben." (1894, S. 360). Die Verwandtschaft der Eingangsstrophe des Bergmanns- und des Liebesliedes ist unverkennbar. Ob ihr Verhältnis eines von Vorlage und Parodie war, lässt sich aufgrund der Quellenlage weder in die eine, noch in die andere Richtung belegen. Sicher ist nur, dass sich für das Liebeslied deutlich frühere Quellen erhalten haben als für das "Steigerlied".
last modified 25.02.2010 12:49
 

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