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Liederlexikon

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You are here: Home Lieder Immer langsam voran Edition B: Gebrauchsliederbuch 1841
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B. Immer langsam voran

(Gebrauchsliederbuch 1841)


Text: anonym

Scan der Editionsvorlage
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   Immer langsam voran, immer langsam voran,
Daß die östreichsche Landwehr nachkommen kann. |                                     [S. 207]


1.      Die östreichsche Landwehr sind gute Leut',
Sie marschiren den Tag zwei Meilen weit.
Nur immer langsam voran etc.
 
2.   Wir wollen halt hübsch langsam ausmarschir'n,
Denn laufen müss'n wir doch wenn wir retirir’n.
Immer langsam voran etc.
 
3.   In Deutschland da sind wir herum gerannt,
Das macht weil kein Offizier hat die Landkart' gekannt.
Immer langsam voran etc.
 
4.   Vetter Michel strapazir' er doch die Trommel nicht so sehr,
Das Kalbfell wird alle Tage theurer noch mehr.
Immer langsam voran etc.
 
5.   Herr Hauptmann, mein Hintermann der läuft so sehr Trab,
Das Luder tritt mir die Hacken bald ab.
Immer langsam voran etc.
 
6.   Bei Regensburg, Dresden und bei Chalons
Da war's am besten, wir liefen davon.
Immer langsam voran etc.
 
7.   Und im Lager bei Theresienstadt
Hat die Landwehr 's Kanonenfieber gehatt.
Immer langsam voran etc.
 
8.   Aber bei Arcis hab'n wir 'n Gefangnen bekommen,
Dem haben wir gleich sein Gepäck abgenommen.
Immer langsam voran etc.
 
9.   Bei Bautzen da hab’n wir 'ne Schanze gebaut
Von Schweinefleisch und Sauerkraut.
Immer langsam voran etc. |[S. 208]
 
10.   Bei Leipzig da ist eine Bombe geplatzt,
Da sind wir gar nicht garstig ausgekratzt.
Immer langsam voran etc.
 
11.   Und wie der Feind auf uns abgedruckt,
Da haben wir uns hinter das Korn geduckt.
Immer langsam voran etc.
 
12.   Unser Fähnlein das ist drei Ellen Tafft,
So ein Bettel ist balde wieder angeschafft.
Immer langsam voran etc.
 
13.   Wie leicht aber schießen 's einem die Gliedmaaßen ab,
Und's Soldatentractement ist doch gar zu knapp.
Immer langsam voran etc.
 
14.   Unser Hauptmann ist vom Federsee,
Wenn sie schießen da kriegt er die Diarrhöe.
Immer langsam voran etc.
 
15.   Unser Lieutenant stammt nicht weit von Luzern,
Er hat nicht viel und frißt doch gern.
Immer langsam voran etc.
 
16.   Der General Thielemann hat befohl'n,
Die Landwehr sollte der Teufel hol’n.
Immer langsam voran etc.
 
17.   Ja schössen sie im Kriege mit Hirsebrei,
Da wäre die Landwehr auch dabei.
Immer langsam voran etc.
 
18.   Ach Mutter koch sie Hirsebrei,
Wenn die Landwehr kömmt wird sie hungrig sein.
Immer langsam voran etc. |[S. 209]
 
19.   Die Franzosen aber schießen blind drein hinein,
Sie sehen gar nicht daß Leute da sein.
Immer langsam voran etc.
 
20.   Ach Gott wie hat's doch das Weibsvolk so gut,
Weiß gar nicht wie's den Soldaten ist zu Muth.
Immer langsam voran etc.
 
21.   Hannickel hilf einmal dem Joseph präsentiren,
Den Mann thut die Uniform mord geniren.
Immer langsam voran etc.
 
22.   Nah im Frieden da läßt man sich's gefallen,
Wenn keine Kanonen, nur Bullenstöpsel knallen.
Immer langsam voran etc.
 
23.   Aber im Kriege kehr'n wir am Thor gleich wieder um,
Wie der sel'ge Herr Hauptmann von Capernaum.
Immer langsam voran etc.
 
24.   Reißt aus Kameraden, reißt aus, reißt aus,
Dort steht ein französisches Schilderhaus,
Nur geschwinde voran, nur geschwinde voran,
Daß die östreichsche Landwehr bald nachkommen kann.


Sammlung deutscher Volkslieder welche noch gegenwärtig im Munde des Volkes leben und in keiner der bisher erschienenen Sammlungen zu finden sind. Hrsg. von Wilibald Walter. Leipzig: Rein'sche Buchhandlung. Karl Heubel 1841, S. 206–209 (Nr. 126).
DVA: V 1/24200

Dort folgende Herkunftsangabe: "Sächsisch."
last modified 30.08.2011 09:53
 

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