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You are here: Home Lieder Ach wie flüchtig, ach wie nichtig Edition A: Ach wie fluechtig, ach wie nichtg Michael Franck 1652
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A. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig

(Michael Franck 1652)


Text und Musik: Michael Franck (1609–1667)

Scan der Editionsvorlage
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Ach wie flüchtig, ach wie nichtig.

1.      Ach wie flüchtig,
Ach wie nichtig
Ist der Menschen Leben!
     Wie ein NEBEL bald entstehet
Und auch wieder bald vergehet,
So ist unser LEBEN, sehet!
 
2.      Ach wie nichtig,
Ach wie flüchtig
Sind der Menschen Tage!
     Wie ein Strohm beginnt zu rinnen
Und mit lauffen nicht helt innen,
So fährt unsre Zeit von hinnen!
 
3.      Ach wie flüchtig,
Ach wie nichtig
Ist der Menschen Freüde!
     Wie sich wechseln Stund und zeiten,
Licht und Dunckel, Fried und streiten,
So sind unsre Fröligkeiten!
 
4.      Ach wie nichtig,
Ach wie flüchtig
Ist der Menschen Schöne!
     Wie ein Blümlein bald vergehet,
Wenn ein rauhes Lüfftlein wehet,
So ist unsre Schöne, sehet!
 
5.      Ach wie flüchtig,
Ach wie nichtig
Ist der Menschen Stärcke!
     Der sich wie ein Löw erwiesen,
Überworffen mit den Riesen,
Den wirfft eine kleine Drüsen!
 
6.      Ach wie nichtig,
Ach wie flüchtig
Ist der Menschen Glücke!
     Wie sich eine Kugel drehet,
Die bald da, bald dorten stehet,
So ist unser Glücke, sehet!
 
7.      Ach wie flüchtig,
Ach wie nichtig
Ist der Menschen Ehre!
     Über den, dem man hat müssen
Heüt die Hände höflich küssen,
Geht man morgen gar mit Füssen! |[S. 222]
 
8.      Ach wie nichtig,
Ach wie flüchtig
Ist der Menschen Wissen!
     Der das Wort kunt prächtig führen
Und vernünfftig discurriren,
Muß bald alle Witz verlieren!
 
9.      Ach wie flüchtig,
Ach wie nichtig
Ist der Menschen Tichten!
     Der, so Kunst hat lieb gewonnen
Und manch schönes Werck ersonnen,
Wird zu letzt vom Todt erronnen!
 
10.      Ach wie nichtig,
Ach wie flüchtig
Sind der Menschen Schätze!
     Es kan Gluht und Fluth entstehen,
Dadurch, eh wir uns versehen,
Alles muß zu trümmern gehen!
 
11.      Ach wie flüchtig,
Ach wie nichtig
Ist der Menschen Herrschen!
     Der durch Macht ist hoch gestiegen,
Muß zu letzt aus unvermügen
In dem Grab erniedrigt ligen!
 
12.      Ach wie nichtig,
Ach wie flüchtig
Ist der Menschen Prangen!
     Der im Purpur hoch vermessen
Ist als wie ein Gott gesessen,
Dessen wird im Todt vergessen!
 
13.      Ach wie flüchtig,
Ach wie nichtig
Sind der Menschen Sachen!
     Alles, alles, was wir sehen,
Das muß fallen und vergehen:
Wer GOtt fürcht, wird ewig stehen!


Die Eitelkeit, Falschheit und Unbeständigkeit der WELT [...] durch Michael Francken. Coburg 1652 (verschollen). Zit. nach: Das deutsche evangelische Kirchenlied des siebzehnten Jahrhunderts. Von D. Albert Fischer. Nach dessen Tode vollendet und herausgegeben von D. W. Tümpel. Bd. 4. Gütersloh 1908, S. 221f. (Nr. 254).
DVA: V 2/750-4

Musikalischer Satz zit. nach: Johannes Zahn: Die Melodien der deutschen evangelischen Kirchenlieder, aus den Quellen geschöpft und mitgeteilt von Johannes Zahn. Bd. 1. Gütersloh 1889, S. 504f. (Nr. 1887a).
DVA: V 2/2800-1

Dort folgende Herkunftsangabe: "Mel. und Tonsatz v. Mich. Franck. Coburg 1652".
last modified 08.07.2009 08:57
 

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