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You are here: Home Lieder Ich bin ein guter Untertan Edition C: Vertonung Dieter Süverkrüp 1972
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C. Ich bin ein guter Untertan

(Vertonung Dieter Süverkrüp 1972)


Text: Adolf Glaßbrenner (1810–1876)
Musik: Dieter Süverkrüp (*1934)

Scan der Editionsvorlage
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Ich bin ein guter Untertan

1. Ich bin ein guter Untertan,
Das leidet keinen Zweifel,
Mein Fürst, das ist ein frommer Mann.
O wär' er doch beim teu – ren Volke immer,
So würd' es niemals schlimmer.
 
2. Wir haben ihn wohl oft betrübt,
Doch nimmermehr belogen,
Er sagte, daß er uns geliebt,
Doch hat er uns betro – ffen oft auf Taten,
Die er uns nicht geraten.
 
3. Die Staatsbeamten taten recht,
Sie wahrten seine Rechte,
Und der war ihm der liebste Knecht,
Der sich recht viel erfre – freulich zu uns neigte
Und Mitleid uns bezeigte.
 
4. Den Schwur den er geleistet hat,
Erfüllung alles dessen,
Was seine Pflicht an Gottes statt,
Den hat er ganz verge – bens halten wollen,
Es hat nicht glücken sollen. |[S. 101]
 
5. Du Polizei, die dazu da,
Das wilde Volk zu zügeln,
Dich möchte ich nur einmal ja
So recht von Herzen prü – fen und dich fragen,
Wer über dich könnt' klagen.
 
6. Ihr Ritter des Philistertums
Und ihr gelehrten Raben
Am Friedenshof des Altertums,
O laßt euch dort begr – eiflich machen,
Wie sehr wir euch bewachen,
 
7. Ihr Mönche, vornehm, schwarz und weiß,
Das Volksglück, das verpuffte,
Wird eu[r]er steten Mühe Preis,
Denn ihr seid große schu – lgerechte Lehrer
Und eifrige Bekehrer.
 
8. Ihr Stolzen ihr im deutschen Land,
Vom Rheine bis nach Polen,
Ihr seid mir durch und durch bekannt,
Euch soll der Kuckuck ho – hes Alter melden,
Euch weisen Friedenshelden.


Annemarie Stern: Lieder gegen den Tritt. Politische Lieder aus fünf Jahrhunderten. Hrsg. Arbeitskreis Progressive Kunst. Oberhausen: Asso Verlag Anneliese Althoff 1972, S. 100f.
DVA: AV 827

Dort folgende Herkunftsangabe: "Text: Adolf Glaßbrenner 1848/49", sowie die Kommentierung: "Der Verfasser war besonders in Preußen als Autor von Berliner Lokalpossen bekannt. In der Figur des 'Eckenstehers Nante' verkörperte er den Volkswitz und die politischen Gedanken des 'Mannes auf der Straße'. Er schrieb das, was man damals in Berlin sang, und man sang die Couplets, die Glaßbrenner schrieb."

© Musik: Dieter Süverkrüp. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung


Editorische Anmerkung:
Eine Autorschaft Süverkrüps ist in dem Liederbuch nicht vermerkt. Nach eigenen Angaben wurde Dieter Süverkrüp damals von Annemarie Stern gebeten, zu dem vorliegenden Glaßbrenner-Text eine Melodie für ihr Buch zu schreiben. Süverkrüp wollte diese im Stil älterer Melodien komponieren, die zur Entstehungszeit des Glaßbrenner-Textes bekannt gewesen sein könnten. Ausgangspunkt seiner Assoziationen hierzu war der Anfang des Liedes "Es ist ein Schnitter, heißt der Tod" (Auskunft von Dieter Süverkrüp im Juni 2009).
last modified 23.05.2013 12:05
 

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