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Liederlexikon

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You are here: Home Lieder Brüder, zur Sonne, zur Freiheit Edition B: Kommunistische Umdichtung 1921
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B. Brüder ergreift die Gewehre

(Kommunistische Umdichtung 1921)


Text und Melodie: anonym
(nach dem russischen Revolutionslied "Smelo tovarišči v nogu")

Scan der Editionsvorlage
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Russischer Rotgardistenmarsch

1. Brüder, ergreift die Gewehre,
Auf zur entscheidenden Schlacht!
Sollten denn unsere Heere
Fürchten das Trugbild der Macht?
 
2. Die wir dem Elend entstammen,
Brüder aus Armut und Qual,
Brennen im Kampfe zusammen,
Werden geschliffener Stahl.
 
3. Uns aus dem Elend zu lösen,
Ballt die bewaffnete Faust,
Die auf die zitternden Größen
Wie ein Blitz niedersaust.
 
4. Ihnen war Macht und war Ehre
Wir sind vor Hunger verreckt,
Ladet die blanken Gewehre,
Das Bajonett aufgesteckt.
 
5. Auf, und verjagt die Tyrannen,
Daß ihre Herrschaft zerfällt.
Schmückt mit den blutroten Fahnen
Unsere Arbeiterwelt.


Kampflieder. Hrsg. von der Kommunistische Jugend Deutschlands. Berlin: Junge Garde 1921, S. 2f. (Nr. 1).
DVA: V 7/3062

Dort folgende Herkunftsangabe: "Urtext übertragen von M. Barthel".


Editorische Anmerkung
Die Autorschaft an der Nachdichtung des russischen Liedtextes wird in dieser Quelle dem Schriftsteller Max Barthel (1893–1975) zugeschrieben. Dies ist jedoch ein singulärer Fall; bislang sind keine weiteren Hinweise bekannt, die eine Autorschaft Barthels bestätigen würden. Ob die Angabe dennoch stimmt und diese Spur tatsächlich zum Autor des Liedtextes führt, konnte bislang noch nicht abschließend geklärt werden. Bemerkenswert ist diese Angabe vor allem deshalb, weil es sich bei vorliegendem Liederbuch um die früheste bekannte Publikation dieser Umdichtung handelt. Für eine Autorschaft Barthels könnte zudem sprechen, dass der kommunistisch orientierte Arbeiterdichter 1920 nach Sowjetrussland reiste und dort am 2. Kongress der Kommunistischen Internationale in Moskau teilnahm – andererseits könnte dies ebenso der Anlass einer Fehlzuschreibung gewesen sein. Auffällig ist jedenfalls, dass sich in späteren Liederbüchern keine Angaben mehr zu einer Autorschaft von Max Barthel finden. Auch in der greifbaren Literatur zum Werk Max Barthels wird diese Nachdichtung nicht erwähnt.

Die Angabe, dass es sich bei dieser Liedfassung um eine Übertragung des "Urtextes" handle, spielte darauf an, dass sich dieser Text (anders als der Scherchens) inhaltlich an der russischen Liedvorlage "Smelo tovarišči v nogu" orientierte. Zugleich enthielt das Liederbuch auch Scherchens bekannte Liedfassung "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" – allerdings nicht unter dem Titel "Russischer Rotgardistenmarsch", sondern unter der Überschrift "Hymnus" (S. 23, Nr. 13). Der Titel "Russischer Rotgardistenmarsch" wurde somit der neueren Umdichtung zugeordnet und nicht mehr der Scherchen-Version (wie es damals sonst üblich war, siehe Edition A). Diese Verfahrensweise setzte sich später gelegentlich fort, allerdings ausschließlich in kommunistischen Liederbüchern, beispielsweise in:
  • Kampflieder. Berlin: Vereinigung Internationaler Verlags-Anstalten 1923, S. 22f. (Nr. 9/10).
  • Rot Front. Neues Kampf-Liederbuch. Berlin 1925, S. 40f. (Nr. 24/25).
 
last modified 30.10.2013 04:47
 

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