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You are here: Home Lieder Ach Elslein, liebes Elselein Edition C: Umdichtung, Schlesien Ende 16. Jahrhundert
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C. Ach Elselein, du liebstes Elselein

(Umdichtung, Schlesien Ende 16. Jahrhundert)


Text: anonym

Scan der Editionsvorlage
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1. Ach Elselein, du liebstes Elselein,
   Du holder Bule mein!
Dein Äuglein thun mich kränken,
Denn ich bin dein, es kann anders nit gsein,
   Ein schönes Kränzelein
Aus Lieb thu ich dir schenken.
Ich bin dir hold,     Du feines Elselein,
Für rothes Gold    Soll mir kein Liebre sein;
Freundlich sprichst du mir zu,
Laß uns in guter Ruh
Beisammen bleiben!
 
2. Wer wollt Dir nicht in Ehren hold gesein,
   Du feines Elselein?
Wem wolltst du nicht gefallen?
Lieb hab ich dich, sag ich ohn falschen Schein,
   Du zartes Elselein,
Für andern Jungfraun allen.
Mein Augentrost,     Meins Herzen höchste Freud,
Mit Herzenlust         Vertreibst du mir viel Zeit.
Freundlich du mich anblick,
Mein junges Herz erquick
Zu dieser Stunden!


Handschrift aus Brieg (Schlesien), Ende 16. Jahrhundert; zit. nach Hoffmann von Fallersleben: Die deutschen Gesellschaftslieder des 16. und 17. Jahrhunderts. Erster Theil. Zweite Auflage. Leipzig: Wilhelm Engelmann Verlag 1860, S. 32 ("Das liebste Elselein").
DVA: V 1/7107

Dort folgende Herkunftsangabe: "Handschriftlich aus dem Ende des 16. Jahrhunderts in der Gymnasial-Bibliothek zu Brieg. Nach L[udwig]Erk's Mittheilung."


Editorische Anmerkung:
Der "Ach Elselein"-Incipit mit der Verbindung "du holder Bule mein" findet sich in den Jahren um 1600 verschiedentlich auch als Textmarke in der Bezeichnung von Instrumentalkompositionen (anonyme Orgeltabulatur 1593, Tabulaturbuch von August Nörmiger 1598, Lautenbuch von Johannes Nauclerus 1613) sowie in einem Quodlibet von Melchior Franck (Das Vierdte Quodlibet, Coburg 1603, Beginn: "Compania du edle Compani"). Die damit einhergehende Melodie wurde von der älteren Volksliedforschung als "jüngere Elsleinmelodie" rubriziert; vgl. DVM–Balladen 1935, S. 205f (Nr. 33, 33a, 35, 36), S. 214 und 219 (dort auch ein Melodieextrakt aus der Tabulatur von Nauclerus). Ob damals eine Verbindung zwischen diesen Melodien und dem in Brieg überlieferten Text bestand, ist jedoch nicht bekannt.
last modified 24.09.2013 11:05
 

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