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Liederlexikon

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You are here: Home Lieder Im Orient sind sieben Fürsten Edition A: Ukraine 1927
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A. Im Orient sind sieben Fürsten

(Ukraine 1927)


Text: anonym

Scan der Editionsvorlage
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1. Im Orient1 sind sieben Fürsten.
Dreimal hunderttausend Christen
|: Stehen unter ihrer Hand :|
 
2. Ja, man tut sie schrecklich plagen,
Davon tun die Zeitung sagen,
Ist im ganzen Land bekannt.
 
3. Endlich ist die Zeit gekommen,
Russland hat sich's vorgenommen
Frei zu machen Christenheit.
 
4. Dreimal hunderttausend Krieger
Sie zogen dort bei Donau über,
Stehen noch in Streit und Kampf.
 
5. Plewna2 ist schon eingenommen,
Sofia muss auch bald kommen,
Stehen noch in ihrer Hand.


Aufgezeichnet in der Kolonie Worms, Kreis Nikolajew (Ukraine) im Sommer 1927 durch Viktor Schirmunski; Gewährspersonen: Adam Bickel und ein "Burschenchor" (Text) sowie Heinrich Bickel (Melodie); Tonaufzeichnung am 28. August 1927.
DVA: DVL – M 2, Nr. 1 (Text); DVL – U VII, Nr. 17 (Tonträger; Transkription von Ewgenij Hippius)
IRLI Handschr. Abt.: Fond 104 – 12 – 3 (Text)
IRLI Phonogrammarchiv: DL 675 (Tonträger)
Veröffentlichung mit Genehmigung von IRLI RAN, Sankt-Petersburg.

Im Textbeleg folgende Anmerkungen von Schirmunski über Diskrepanzen zur handschriftlichen Vorlage:
1 "Geschrieben: In Urien."
2 "Geschrieben: Lembrin."


Editorische Anmerkung:
Die Liedaufzeichnung liegt in drei leicht unterschiedlichen Belegen vor:
1. Liedtext in Schirmunskis "Deutschem Volksliedarchiv Leningrad" (siehe edierte Quelle);
2. Textabdruck in Viktor Schirmunskis Aufsatz "Das kolonistische Lied in Rußland", in: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde 37/38 (1927/28), S. 182–215, hier S. 196;
3. Melodietranskription von Ewgenij Hippius mit Anmerkungen, ebd., S. 212 und 215.
Die Karteikarte mit der Melodietranskiption der Tonaufnahme (U VII, Nr. 17) ist in den Beständen des IRLI RAN nicht mehr vorhanden. Die Edition folgt daher der gedruckten Transkription von E. Hippius. Die Liedtexte weichen in den drei Belegen nur geringfügig voneinander ab (Doppelpunkte statt Kommata u. ä.). Der dritte Vers der ersten Strophe lautet in der Melodietranskription "stehen unter ihrer Macht", in den beiden Textvorlagen hingegen "Stehen unter ihrer Hand".
Zu "Plewna" erläutert Schirmunski in seinem Aufsatz in einer Fußnote: "In einer handschr. Aufzeichung – Lembrin: der Name der türkischen Festung [Plewna] war dem Sänger unverständlich." (wie oben, S. 196).
Im gleichen Aufsatz folgende Anmerkung von Hippius zur Tonaufnahme und Melodietranskription:
"Grammophon-Aufnahmen (mit Retorapparat) von Prof. V. Schirmunski [...]; notiert von E. Hippius [...] eingeklammerte Pausen bezeichnen zufällige Abweichungen vom Metrum, bedingt durch Atemholen. [...] Alle Strophen des Liedes sind dreizeilig, nur die 1. Strophe hat 4 Zeilen, von denen die erste eine selbständige melodische Einführung bildet." (ebd., S. 215).
Schirmunskis Mitarbeiter Hermann Bachmann beschreibt die Aufnahmesituation in Worms in einer autobiographischen Erzählung:
"In Worms wurde uns die Arbeit um die Hälfte erleichtert, da der Lehrer, bei dem wir abgestiegen waren, schon die Liedertexte gesammelt hatte. Somit mußten nur noch die wichtigsten Melodien dazu aufnotiert und einige davon durch das Gramophon aufgenommen werden. Auch diese Aufgabe fiel nicht schwer, da am Abend drei musikalisch veranlagte Sänger erschienen."
Hermann Bachmann: Durch die deutschen Kolonien des Beresaner Gebietes. Charkow: Zentralverlag der Völker der UdSSR, Allukrainische Abteilung 1929, S. 82 f.
last modified 16.09.2013 01:00
 

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